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Marmorierte Grundel

Proterorhinus semilunaris

Marmorierte Grundel (Proterorhinus semilunaris), gehört zur Familie Gobiidae, lebt in Süßwasser, Brackwasser, und ernährt sich als Fleischfresser.

7 cm, max 11 cmbis 4 Jahre0-20 m TiefeFleischfresserKI-generiert

Merkmale

  • Körperform: Kompakt und leicht langgestreckt mit breitem Kopf und gedrungenem Rumpf; die zweite Rückenflosse ist länger als die erste. Beim Proterorhinus semilunaris sind die Bauchflossen zu einer Saugscheibe verwachsen.
  • Maulstellung: Das endständige Maul hilft der Marmorierten Grundel, Beute direkt vom Boden aufzunehmen und zwischen Steinen nach Wirbellosen zu stöbern.
  • Marmorierte, braun-graue Grundfärbung mit unregelmäßigen Flecken und Sprenkeln, die am kiesig-sandigen Untergrund tarnen. Jungfische sind heller und kontrastreicher, adulte Tiere meist gedeckter.
  • Charakteristisch sind die zu einer Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen, mit denen die Art am Substrat haftet. Zwei getrennte Rückenflossen (vordere kurz und stachelig, hintere weichstrahlig) sind typisch für Gobiidae.
  • Geschlechtsunterschiede: Beim adulten Männchen sind Kopf und Brustregion kräftiger gebaut; zur Laichzeit zeigen Männchen intensivere Dunkelfärbungen und bewachen Reviere unter Steinen.

Lebensraum

Bevorzugt ruhige Uferzonen von Flüssen und Kanälen, Altarme, Häfen sowie Brackwasserbereiche in Ästuaren und Lagunen. Verstecke zwischen Steinen, Wurzeln oder Wasserpflanzen werden intensiv genutzt.

Wasserlebensraum: Süßwasser, Brackwasser

Lebensraumtypen: Fluss, See, Ästuar, Lagune, Küstengewässer, Felsriff, Sandgrund, Schlammgrund, Bodennah, Bodenlebend

Klimazone: Gemäßigt

Bodengrund: Sand, Kies, Fels / Stein, Schlamm, Detritus / Laub, Pflanzenbestand

Temperatur: 5 - 28 Grad C

pH-Wert: 6.5 - 8.5

Ursprünglich im Ponto-Kaspischen Raum (Schwarzmeer-, Asowsches und Kaspisches Becken) verbreitet. Über Wasserstraßen wie Donau–Main–Rhein hat sich die Marmorierte Grundel in Mitteleuropa etabliert und kommt inzwischen in Teilen Deutschlands, Österreichs und angrenzender Länder vor; zudem in brackigen Küstenlagunen der Schwarzmeer-Region.

Ernährung

Ernährungsweise: Fleischfresser

Nahrungsschwerpunkte: Insektenfresser, Krebstierfresser, Bodentierfresser, Weichtierfresser

Die Art erbeutet hauptsächlich bodenlebende Wirbellose. In flachen Uferbereichen sucht sie zwischen Steinen und Pflanzen nach Insektenlarven, Kleinkrebsen und gelegentlich kleinen Weichtieren.

Beute: Gammariden, Asseln, Chironomidenlarven, kleine Schnecken sowie Fischlaich werden aufgenommen, wenn verfügbar.

Gammariden
Asseln
Chironomidenlarven

Verbreitung

Region: Europa, Westasien, Schwarzes Meer

Ursprünglich im Ponto-Kaspischen Raum (Schwarzmeer-, Asowsches und Kaspisches Becken) verbreitet. Über Wasserstraßen wie Donau–Main–Rhein hat sich die Marmorierte Grundel in Mitteleuropa etabliert und kommt inzwischen in Teilen Deutschlands, Österreichs und angrenzender Länder vor; zudem in brackigen Küstenlagunen der Schwarzmeer-Region.

Besonderheiten

  • Meist tagaktiv mit Suchbewegungen am Bodengrund; in der Dämmerung verstärkte Nahrungssuche in Deckungsnähe.
  • Außerhalb der Laichzeit tolerant gegenüber Artgenossen, jedoch mit individualisierten Kleinstrevieren. Männchen verteidigen Laichplätze und bewachen das Gelege.
  • Standorttreu mit kleinräumigen Wanderungen entlang strukturreicher Uferzonen.
  • Im Frühling bis Sommer heftet das Weibchen die klebrigen Eier an die Unterseiten von Steinen, Muschelschalen oder in Spalten. Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege bis zum Schlupf.
  • Als invasive Art kann sie lokale Wirbellosen- und Kleinfischgemeinschaften beeinflussen; keine direkten Gefahren für Menschen.
Tagaktiv, DämmerungsaktivInsektenfresser, Krebstierfresser, Bodentierfress...Für die kommerzielle Fischerei unbedeutend; in d...

Weitere Informationen

Taxonomie

Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Gobiiformes
Familie
Gobiidae
Unterfamilie
Gobionellinae
Gattung
Proterorhinus
Art
semilunaris
Erstbeschreiber
(Heckel, 1837)
Synonyme
Proterorhinus marmoratus, Gobius semilunaris

Morphologie

Körperform
Kompakt und leicht langgestreckt mit breitem Kopf und gedrungenem Rumpf; die zweite Rückenflosse ist länger als die erste. Beim Proterorhinus semilunaris sind die Bauchflossen zu einer Saugscheibe verwachsen.
Maulstellung
Das endständige Maul hilft der Marmorierten Grundel, Beute direkt vom Boden aufzunehmen und zwischen Steinen nach Wirbellosen zu stöbern.
Geschlechtsunterschiede
Beim adulten Männchen sind Kopf und Brustregion kräftiger gebaut; zur Laichzeit zeigen Männchen intensivere Dunkelfärbungen und bewachen Reviere unter Steinen.

Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp
Eierlegend
Modus
Im Frühling bis Sommer heftet das Weibchen die klebrigen Eier an die Unterseiten von Steinen, Muschelschalen oder in Spalten. Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege bis zum Schlupf.
Laichtyp
Substratlaicher unter Steinen und in Spalten
Brutpflege
Ausgeprägte väterliche Brutpflege: Das Männchen verteidigt den Laichplatz und sorgt für Frischwasserzufuhr über dem Gelege.
Inkubation
10 Tage

Verhalten

Aktivität
Meist tagaktiv mit Suchbewegungen am Bodengrund; in der Dämmerung verstärkte Nahrungssuche in Deckungsnähe.
Sozialverhalten
Außerhalb der Laichzeit tolerant gegenüber Artgenossen, jedoch mit individualisierten Kleinstrevieren. Männchen verteidigen Laichplätze und bewachen das Gelege.
Wanderung
Standorttreu mit kleinräumigen Wanderungen entlang strukturreicher Uferzonen.
Endemisch
Nein
Biogeographie
Paläarktis

Nutzung

Fischerei
Keine fischereiliche Bedeutung; gelegentlicher Beifang in Stell- und Reusenfischereien.
Aquakultur
Keine Relevanz für Aquakultur.

Schutz & Quellen

CITES
Nicht gelistet
Quellen
FishBase; IUCN Red List; GBIF; Fachliteratur zu Ponto-Kaspischen Neozoen in Mitteleuropa.

Praxiswissen

Für wen ist dieser Fisch interessant?

Artgerechte Haltung

Für Aquarium & Teich

Wasserwerte, Raum und Zusammenleben
Mindestbecken

ab 60 l

Temperatur

5 - 28 °C

pH-Wert

6.5 - 8.5

Karbonathärte

2 - 15 dKH

Schwimmzone

Bodennah

Haltungsanspruch

Für erfahrene Aquarianer geeignet: benötigt strukturierte Bodenzonen, Höhlen und sandig-schlickiges Substrat; nimmt vorzugsweise Lebend- und Frostfutter.

Gruppengröße

Kleingruppe mit einem Männchen und 2–3 Weibchen; mehrere Verstecke und Sichtbarrieren verhindern Revierstress.

Vergesellschaftung

Mit robusten, friedlichen Bodenfischen möglich; keine sehr kleinen Garnelen oder juvenile Grundeln vergesellschaften.

Pflanzen

Pflanzen werden nicht gefressen; gelegentliches Wühlen im Substrat kann feine Wurzeln lockern.

Strömung & Sauerstoff

Geringe bis mäßige Strömung; ruhigere Randzonen mit Deckung sind ideal.

Futterannahme

Lebend- und Frostfutter (z. B. Mückenlarven, Artemia, kleine Garnelen) werden gut angenommen; sinkendes Granulat nur nach Eingewöhnung.

überwinterung

Nicht empfohlen; Aussetzungs- und Ausbreitungsrisiko. Haltung ausschließlich im Aquarium mit sicherer Entsorgung des Wassers.

Nachzucht

Höhlen (Steine, Muschelschalen), feiner Bodengrund, 18–22 °C; das Männchen bewacht und befächelt die Eier bis zum Schlupf.

Nachzuchtanspruch

Nur Zufallszuchten

Beleuchtung

Anpassungsfähig