Kielsprotte
Sprattus sprattus membras
Kielsprotte (Sprattus sprattus membras), gehört zur Familie Clupeidae, lebt in Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser, und ernährt sich als Planktonfresser.
Merkmale
- Körperform: Kielsprotten besitzen einen schlanken, spindelförmigen Körper mit silbrig glänzenden Flanken und charakteristischem, scharfkantigem Kiel.
- Maulstellung: Das leicht endständige Maul der Kielsprotte ermöglicht effizientes Filtrieren von Plankton im offenen Wasser.
- Silbrig glänzende Seiten, heller Bauch und ein dunklerer Rücken sind typisch für die Kielsprotte. Ein auffälliger Kiel an der Bauchseite grenzt sie von ähnlichen Arten ab.
- Die deutlich gekielte Bauchlinie und die recht dünnen Schuppen dienen als Artmerkmal.
- Geschlechtsunterschiede: Bei Kielsprotten unterscheiden sich Männchen und Weibchen äußerlich kaum, eine Geschlechterunterscheidung ist im Feld schwierig.
Lebensraum
Kielsprotten leben überwiegend im offenen Küstenbereich der Ostsee, besonders in Schwärmen nahe der Wasseroberfläche.
Wasserlebensraum: Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser
Lebensraumtypen: See, Küstengewässer, Küstennahes Freiwasser
Klimazone: Gemäßigt
Bodengrund: Sand, Schlamm, Kein Substratbezug
Temperatur: 2 - 18 Grad C
pH-Wert: 7 - 8.5
Das Hauptverbreitungsgebiet der Kielsprotte (Sprattus sprattus membras) umfasst die gesamte Ostsee von Dänemark bis Finnland und bis in die Brackwassergebiete angrenzender Länder.
Ernährung
Ernährungsweise: Planktonfresser
Nahrungsschwerpunkte: Zooplanktonfresser, Phytoplanktonfresser, Krebstierfresser, Algenfresser
Kielsprotten ernähren sich hauptsächlich von Zooplankton wie kleinen Krebstieren, aber auch von Phytoplankton, je nach Jahreszeit.
Beute: Ruderfußkrebse, Wasserflöhe sowie Algen und Kieselalgen zählen zur typischen Nahrung.
Verbreitung
Region: Ostsee, Europa
Länder: Deutschland, Polen, Schweden, Finnland, Dänemark, Russland, Estland, Lettland, Litauen
Das Hauptverbreitungsgebiet der Kielsprotte (Sprattus sprattus membras) umfasst die gesamte Ostsee von Dänemark bis Finnland und bis in die Brackwassergebiete angrenzender Länder.
Galerie
Besonderheiten
- Während der Dämmerung sind Kielsprotten besonders aktiv und steigen in flachere Wasserschichten auf.
- Die Art bildet große Schwärme und übt damit ein klassisches Schwarmverhalten aus; Einzelgänger sind selten.
- Im Jahresverlauf finden kleinere Wanderungen zwischen Küstenzonen und tieferen Bereichen statt, größere Langstreckenwanderungen fehlen.
- Kielsprotten sind Freilaicher, die ihre Eier im Freiwasser abgeben.
- Keine gesundheitlichen Risiken durch den Verzehr bekannt.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii
- überordnung
- Clupeomorpha
- Ordnung
- Clupeiformes
- Unterordnung
- Clupeoidei
- Familie
- Clupeidae
- Gattung
- Sprattus
- Art
- sprattus
- Erstbeschreiber
- Linnaeus, 1758
- Synonyme
- Clupea sprattus membras, Sprattus membras
Morphologie
- Körperform
- Kielsprotten besitzen einen schlanken, spindelförmigen Körper mit silbrig glänzenden Flanken und charakteristischem, scharfkantigem Kiel.
- Maulstellung
- Das leicht endständige Maul der Kielsprotte ermöglicht effizientes Filtrieren von Plankton im offenen Wasser.
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Rückenflosse Weichstrahlen
- 15 - 21
- Afterflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Afterflosse Weichstrahlen
- 15 - 23
- Wirbel
- 43 - 48
- Geschlechtsunterschiede
- Bei Kielsprotten unterscheiden sich Männchen und Weibchen äußerlich kaum, eine Geschlechterunterscheidung ist im Feld schwierig.
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- Eierlegend
- Modus
- Kielsprotten sind Freilaicher, die ihre Eier im Freiwasser abgeben.
- Laichtyp
- Freiwasserlaicher
- Brutpflege
- Die Kielsprotte betreibt keine Brutpflege, die Larven entwickeln sich frei treibend im Plankton.
- Inkubation
- 4 Tage
Verhalten
- Aktivität
- Während der Dämmerung sind Kielsprotten besonders aktiv und steigen in flachere Wasserschichten auf.
- Sozialverhalten
- Die Art bildet große Schwärme und übt damit ein klassisches Schwarmverhalten aus; Einzelgänger sind selten.
- Wanderung
- Im Jahresverlauf finden kleinere Wanderungen zwischen Küstenzonen und tieferen Bereichen statt, größere Langstreckenwanderungen fehlen.
- Endemisch
- Nein
- Biogeographie
- Paläarktis
Nutzung
- Fischerei
- Die Art ist wirtschaftlich sehr wichtig als Zielart der kommerziellen Ostseefischerei.
- Aquakultur
- Für die kommerzielle Aquakultur spielt die Kielsprotte keine Rolle.
Schutz & Quellen
- CITES
- Nicht gelistet
- Chromosomenzahl
- 48
- Quellen
- FishBase, IUCN Red List, FAO, Literatur zu Clupeidae.
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung60 °C
130 kcal / 100 g
18 g / 100 g
Mager
Kielsprotten haben zahlreiche feine Gräten, die traditionell mitgegessen werden.
Schwer
Das Fleisch der Kielsprotte ist fein und mild, besonders beliebt geräuchert als 'Kieler Sprotte'.
Das Fleisch ist zart und lässt sich leicht vom Gräten lösen.
Ganze Fische, meist mit Haut und Gräten bei Räucherware.
Die Haut bleibt beim Räuchern auf dem Fisch und ist essbar.
Räuchern ist die traditionelle Zubereitungsart, aber auch Braten und Einlegen sind möglich.
Räuchervorgang dauert je nach Größe 20–30 Minuten bei indirekter Hitze.
Dill, Pfeffer, Lorbeerblatt und Zitrone harmonieren besonders gut mit dem milden Geschmack.
Traditionell serviert mit Schwarzbrot, Butter oder als Fingerfood zu Kartoffelsalat.
Helles Bier, trockener Weißwein oder Aquavit passen gut zur Kielsprotte.
Vor dem Garen Kopf entfernen und gegebenenfalls ausnehmen. Bei Räucherware können Kopf und Schwanz verbleiben.
Bei genügender Frische und sachgemäßer Zubereitung bestehen keine Risiken.

