Europäischer Aal
Anguilla anguilla
Europäischer Aal (Anguilla anguilla), gehört zur Familie Anguillidae (Flussaale), lebt in Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser, und ernährt sich als Fleischfresser.
Merkmale
- Körperform: Schlangenförmig (anguilliform)
- Maulstellung: Endständig
- Rücken braun bis olivgrün, Bauch gelblich (Gelbaal-Phase). Bei Erreichen der Geschlechtsreife ändert sich die Farbe zu dunkelgrauem/schwarzem Rücken und silbrigem Bauch (Blankaal-Phase).
- Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum. Sehr dicke, schleimige Haut, über die ein Drittel des Sauerstoffbedarfs gedeckt werden kann (Hautatmung).
- Geschlechtsunterschiede: Weibchen (Rogner) werden deutlich größer und schwerer als Männchen (Milchner).
Lebensraum
Süß-, Meer- und Brackwasser
Wasserlebensraum: Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser
Lebensraumtypen: See, Küstengewässer
Klimazone: Tropisch, Subtropisch, Gemäßigt
Bodengrund: Fels / Stein, Schlamm
Temperatur: 4 - 25 Grad C
pH-Wert: 6 - 8
Wächst in den Süßgewässern und Küstenregionen Europas auf. Wandert als Blankaal über 5.000 km in die Sargassosee, um dort in großen Tiefen zu laichen und anschließend zu sterben.
Ernährung
Ernährungsweise: Fleischfresser
Nahrungsschwerpunkte: Insektenfresser, Krebstierfresser, Weichtierfresser, Bodentierfresser, Aasfresser
Hauptsächlich bodenlebende Wirbellose (Würmer, Krebse, Insektenlarven, Schnecken), kleine Fische, Fischlaich und Aas.
Beute: Insektenlarven, Krebstiere, Fische
Verbreitung
Region: Europa, Nordafrika, Atlantik, Westasien, Ostsee
Länder: Türkei, Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Tunesien, Andorra, Albanien, Österreich, Bosnien und Herzegowina, Belgien, Bulgarien, Belarus, Schweiz, Tschechien, Deutschland, Dänemark, Estland, Spanien, Finnland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Kroatien, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Luxemburg, Lettland, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Russland, Schweden, Slowenien, Slowakei, Ukraine
Wächst in den Süßgewässern und Küstenregionen Europas auf. Wandert als Blankaal über 5.000 km in die Sargassosee, um dort in großen Tiefen zu laichen und anschließend zu sterben.
Galerie
Besonderheiten
- Nokturnal (Nachtaktiv)
- Einzelgänger
- Katadrom (Wanderung vom Süßwasser ins Meer zur Fortpflanzung)
- Ovipar (Eierlegend)
- Frisches Aalblut enthält giftige Eiweißstoffe und darf nicht in Augen, auf Schleimhäute oder in offene Wunden gelangen. Die Stoffe sind hitzeempfindlich; Aal gründlich durcherhitzen. Eine pauschale Sicherheitsfreigabe allein durch Räuchern oder kurzzeitiges Erwärmen über 60 °C ist daraus nicht ableitbar.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii (Strahlenflosser)
- überordnung
- Elopomorpha (Froschkopfartige)
- Ordnung
- Anguilliformes (Aalartige)
- Unterordnung
- Anguilloidei
- Familie
- Anguillidae (Flussaale)
- Gattung
- Anguilla
- Art
- anguilla
- Erstbeschreiber
- Linnaeus, 1758
- Synonyme
- Muraena anguilla
Morphologie
- Körperform
- Schlangenförmig (anguilliform)
- Maulstellung
- Endständig
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Rückenflosse Weichstrahlen
- 245 - 275
- Afterflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Afterflosse Weichstrahlen
- 176 - 249
- Wirbel
- 110 - 120
- Seitenlinie
- 0 - 0
- Geschlechtsunterschiede
- Weibchen (Rogner) werden deutlich größer und schwerer als Männchen (Milchner).
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- Eierlegend
- Modus
- Ovipar (Eierlegend)
- Laichtyp
- Freilaicher (Pelagisch im Ozean)
- Brutpflege
- Keine
- Inkubation
- 2 Tage
Verhalten
- Aktivität
- Nokturnal (Nachtaktiv)
- Sozialverhalten
- Einzelgänger
- Wanderung
- Katadrom (Wanderung vom Süßwasser ins Meer zur Fortpflanzung)
- Endemisch
- Nein
- Biogeographie
- Paläarktis
Nutzung
- Fischerei
- Sehr hoch (stark reguliert aufgrund Bestandsrückgang)
- Aquakultur
- Hoch (Aal-Mastanlagen basieren auf gefangenen Wild-Glasaalen, Nachzucht im Labor extrem schwierig)
Schutz & Quellen
- CITES
- Anhang II
- Chromosomenzahl
- 38
- Quellen
- FishBase: Anguilla anguilla (Linnaeus, 1758); IUCN Red List of Threatened Species
Teilprüfung am 22. Oktober 2026 (siehe Korrekturbericht für geprüfte Felder):
https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2026/249/oj/eng
https://www.eu-nomen.eu/portal/taxon.php?GUID=urn%3Alsid%3Amarinespecies.org%3Ataxname%3A126281
https://www.helcom.fi/wp-content/uploads/2019/08/HELCOM-RedList-All-SIS_Fish.pdf
https://www.iow.de/Antworten_Fragen_zum_Meer.html?frage=6
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller UmgangFrühling, Sommer, Herbst
Morgendämmerung, Vormittag, Abenddämmerung, Nacht
Schwer
EU-Meeres- und Brackgewässer der ICES-Gebiete 3, 4, 6, 7, 8 und 9 einschließlich Ostsee: Freizeitfischerei auf Europäischen Aal aller Lebensstadien verboten. Art. 14 Abs. 1 und 8 der Verordnung (EU) 2026/249 gilt hierfür vom 1. April 2026 bis 31. März 2027 und schließt angrenzende Brackgewässer ein. Für Binnengewässer gelten die jeweiligen örtlichen Vorschriften.
Europäischer Aal wird mit der zum Lebensraum passenden Kombination aus Posenangeln, Grundangeln, Spinnfischen oder Naturködermontage befischt.
Für Europäischer Aal kommen artspezifisch Naturköder wie Würmer, Krebstiere, Muschelfleisch, Fischfetzen oder passende Kunstköder infrage.
Europäischer Aal wird an den Unterwasserstrukturen gesucht, die Nahrung, Deckung und passende Strömung bieten.
Für Europäischer Aal sollte das Angelgerät an Endgröße, Strömung, Hängerstruktur und zu erwartende Fluchten angepasst werden.
Bei Europäischer Aal erhöhen wechselnde Lichtverhältnisse, stabile bis fallende Luftdruckphasen und aktiv ziehende Beutefische oft die Fangchancen; trübes Wasser und Windkanten können vorteilhaft sein.
Europäischer Aal reduziert bei niedrigen Temperaturen die Aktivität und steht bevorzugt dort, wo Nahrung erreichbar ist und wenig Energie verbraucht wird.
Beim Europäischer Aal muss die Bissanzeige passend zur Montage beobachtet werden; vorsichtige Zupfer und abrupte Fluchten sind möglich.
Europäischer Aal zeigt ein artspezifisches Drillverhalten, das stark von Größe, Gewässerstruktur und Strömung abhängt.
Europäischer Aal sollte sicher gekeschert, nicht trocken abgelegt und zügig abgehakt werden. Schutz vor Stacheln, Zähnen oder elektrischen Organen beachten; lange Zange und rutschfeste Unterlage verwenden.
Typischer Beifang bei Europäischer Aal hängt stark von Montage, Köder und Gewässertyp ab.
Europäischer Aal erkennt man vor allem an folgenden Merkmalen: Schlangenförmig (anguilliform) Endständig Rücken braun bis olivgrün, Bauch gelblich (Gelbaal-Phase). Bei Erreichen der Geschlechtsreife ändert sich die Farbe zu dunkelgrauem/schwarzem Rücken und silbrigem Bauch (Blankaal-Phase). Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Flossensaum. Sehr dicke, schleimige Haut, über die ein Drittel des Sauerstoffbedarfs gedeckt werden kann (Hautatmung).
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung56 °C
184 kcal / 100 g
18 g / 100 g
Fettreich
Mittel
Europäischer Aal besitzt eine längliche Mittelgräte und viele feine Strukturen entlang des Körpers; die Verarbeitung verlangt Erfahrung.
Schwer
Europäischer Aal besitzt ein kräftiges, fettreiches und charakteristisches Aroma, das besonders beim Räuchern oder Braten deutlich hervortritt.
Das Fleisch von Europäischer Aal ist sehr saftig, fettreich und dicht strukturiert.
Bei Europäischer Aal wird meist der enthäutete oder heißgeräucherte Körper verwertet; Kopf und Innereien werden nicht genutzt.
Bei Europäischer Aal wird die schleimige Haut je nach Rezept entfernt oder beim Räuchern mitbehandelt; gründliches Reinigen ist Pflicht.
Europäischer Aal eignet sich besonders zum Räuchern, Braten, Schmoren oder Grillen.
Die Garzeit von Europäischer Aal richtet sich nach Dicke und Methode; Fisch ist fertig, wenn das Fleisch saftig bleibt und sich leicht teilen lässt.
Zu Europäischer Aal passen Rauch, Pfeffer, Senf, Meerrettich, Zitrone, Lorbeer und kräftige Würzungen.
Zu Europäischer Aal passen einfache Beilagen wie Kartoffeln, Gemüse, Reis oder frische Salate.
Zu Europäischer Aal passen kräftigere Weißweine, Rosé, trockener Riesling, leichter Rotwein bei Grillgerichten oder herbe alkoholfreie Getränke.
Europäischer Aal muss sehr gründlich gereinigt, ausgenommen und je nach Rezept enthäutet werden; Schleim und Blutreste müssen sorgfältig entfernt werden.
Bei Europäischer Aal darf Blut oder rohes Material nicht unkritisch verzehrt werden; fachgerechtes Erhitzen, Frische und lokale Schadstoffhinweise sind wichtig.
Der Gargrad beschreibt die gewünschte Konsistenz und ist keine Sicherheitsfreigabe. Zur Verringerung von Infektionsrisiken empfiehlt das BfR mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen. Ciguatoxine werden durch Kochen oder Einfrieren nicht beseitigt.

