Edelwels
Heterobranchus longifilis
Edelwels (Heterobranchus longifilis), gehört zur Familie Clariidae, lebt in Süßwasser, und ernährt sich als Fleischfresser.
Merkmale
- Körperform: Mit seinem langgestreckten, kräftigen Körper und dem breiten Kopf ist Heterobranchus longifilis optimal an das Leben am Gewässergrund angepasst.
- Maulstellung: Beim Edelwels steht das große endständige Maul weit auf, sodass der Fisch größere Beutetiere am Grund erfassen kann.
- Typisch ist ein graubraunes bis olivfarbenes Erscheinungsbild mit hellerem Bauch; Jungtiere können kleine dunkle Flecken aufweisen, während adulte Fische meist einfarbig erscheinen.
- Markant sind die sehr langen Barteln, die dem Edelwels eine feinfühlige Orientierung im trüben Wasser ermöglichen.
- Geschlechtsunterschiede: Bei ausgewachsenen Exemplaren ist der Geschlechtsunterschied nur schwach ausgeprägt und meist erst während der Laichzeit durch die Färbung und die Genitalpapille erkennbar.
Lebensraum
Edelwelse bevorzugen große Flüsse, Seen und Stauseen mit ausreichend tieferem Wasser und schlammig-sandigem Grund.
Wasserlebensraum: Süßwasser
Lebensraumtypen: Fluss, See, Stausee, Überschwemmungsgebiet, Schlammgrund
Klimazone: Tropisch, Subtropisch
Bodengrund: Sand, Schlamm
Temperatur: 22 - 32 Grad C
pH-Wert: 6 - 8
Das Verbreitungsgebiet des Edelwels (Heterobranchus longifilis) umfasst große Flusssysteme wie Nil, Niger und Kongo sowie zahlreiche Seen und Stauseen West-, Zentral- und Ostafrikas.
Ernährung
Ernährungsweise: Fleischfresser
Nahrungsschwerpunkte: Fischfresser, Insektenfresser, Krebstierfresser, Aasfresser
Das Nahrungsspektrum reicht von Fischen über Krustentiere bis zu Insektenlarven und gelegentlich auch Aas.
Beute: Beutetiere sind oft kleinere Fische, Flusskrebse, Garnelen, aber auch Frösche oder Würmer.
Verbreitung
Region: Afrika südlich der Sahara
Länder: Niger
Das Verbreitungsgebiet des Edelwels (Heterobranchus longifilis) umfasst große Flusssysteme wie Nil, Niger und Kongo sowie zahlreiche Seen und Stauseen West-, Zentral- und Ostafrikas.
Galerie
Besonderheiten
- Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und sucht in diesen Zeiten bevorzugt nach Nahrung.
- Vor allem juveniler Edelwels ist zeitweise gesellig, erwachsene Tiere leben jedoch meist einzelgängerisch oder bilden nur lose Ansammlungen im Jagdrevier.
- Im Rahmen der Fortpflanzung unternehmen sie kurze Wanderungen in flache Überschwemmungsbereiche.
- Die Laichzeit fällt meist in die Regenzeit, wobei das Weibchen die Eier in Ufernähe auf Vegetation ablegt.
- Beim Umgang mit großen Exemplaren ist Vorsicht wegen der kräftigen Flossenstrahlen geboten.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii
- überordnung
- Ostariophysi
- Ordnung
- Siluriformes
- Familie
- Clariidae
- Gattung
- Heterobranchus
- Art
- longifilis
- Erstbeschreiber
- Valenciennes, 1840
- Synonyme
- Vundu, Großer afrikanischer Wels
Morphologie
- Körperform
- Mit seinem langgestreckten, kräftigen Körper und dem breiten Kopf ist Heterobranchus longifilis optimal an das Leben am Gewässergrund angepasst.
- Maulstellung
- Beim Edelwels steht das große endständige Maul weit auf, sodass der Fisch größere Beutetiere am Grund erfassen kann.
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Rückenflosse Weichstrahlen
- 11 - 14
- Afterflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Afterflosse Weichstrahlen
- 70 - 80
- Wirbel
- 60 - 66
- Geschlechtsunterschiede
- Bei ausgewachsenen Exemplaren ist der Geschlechtsunterschied nur schwach ausgeprägt und meist erst während der Laichzeit durch die Färbung und die Genitalpapille erkennbar.
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- Eierlegend
- Modus
- Die Laichzeit fällt meist in die Regenzeit, wobei das Weibchen die Eier in Ufernähe auf Vegetation ablegt.
- Laichtyp
- Freilaicher im Uferbereich
- Brutpflege
- Edelwelse betreiben keine Brutpflege, nach dem Ablaichen werden die Eier sich selbst überlassen.
- Inkubation
- 3 Tage
Verhalten
- Aktivität
- Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und sucht in diesen Zeiten bevorzugt nach Nahrung.
- Sozialverhalten
- Vor allem juveniler Edelwels ist zeitweise gesellig, erwachsene Tiere leben jedoch meist einzelgängerisch oder bilden nur lose Ansammlungen im Jagdrevier.
- Wanderung
- Im Rahmen der Fortpflanzung unternehmen sie kurze Wanderungen in flache Überschwemmungsbereiche.
- Endemisch
- Nein
- Biogeographie
- Afrotropis
Nutzung
- Fischerei
- Der Edelwels ist wichtiger Ziel- und Nutzfisch für die Fischerei in ganz West- und Zentralafrika.
- Aquakultur
- Er wird in zahlreichen Ländern gezielt in Teichen und Zuchtanlagen gehalten, da er schnell wächst und robuster als viele heimische Arten ist.
Schutz & Quellen
- CITES
- Nicht gelistet
- Quellen
- FishBase, IUCN Red List, FAO Species Catalogue, lokale Aquakulturberichte
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller UmgangSommer, Herbst
Abenddämmerung, Nacht
Schwer
Am besten werden große Exemplare mit Grundmontagen, totem Köderfisch oder Fischstücken beangelt.
Erfolgreich sind Fischfetzen, Würmer und kräftige Teigköder; auch große Pellets werden angenommen.
Aussichtsreich sind tiefe Flussabschnitte, Staubereiche und Ausläufe großer Seen in West- und Zentralafrika.
Stabiles Grundangeln mit starken Ruten und Schnur sowie robustem Hakenmaterial wird empfohlen.
Hohe Wasserstände und nach starken Regenfällen erhöhen die Chancen auf einen Fang.
In kühleren Perioden nimmt das Beißverhalten stark ab, aktiv bleibt der Edelwels nur in dauerhaft warmem Wasser.
An Bissanzeigern zeigen sich kräftige, entschlossene Züge oder ein allmählich abziehender Köder.
Im Drill zeigen große Exemplare ausdauernde Kraft und können die Schnur um Hindernisse ziehen.
Zur Landung eignen sich stabile Kescher oder eine große Schlauchboot- oder Teichkescherung; Hände stets von Flossenstrahlen fernhalten.
Bei Grundangeln werden gelegentlich Nilbarsche oder kleinere Welsarten als Beifang erbeutet.
Deutlich lange Barteln, großer Kopf, einfarbige graue oder olivfarbene Färbung, kräftige Analflosse.
Vor Ort sind regionale Fischereivorschriften zu beachten, Größen- und Schonzeiten sind abhängig vom jeweiligen Land.
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung60 °C
110 kcal / 100 g
18 g / 100 g
Mittelfett
Die Hauptgräte ist leicht entfernbar, feine Gräten fallen kaum an.
Mittel
Das Fleisch ist hell, relativ fest und besitzt ein mildes, angenehmes Aroma ohne markante Nebengeschmäcker.
Das Filet ist kompakt, jedoch nach dem Garen angenehm zart.
Filets, Rückenstück, Schwanzstück
Größere Tiere werden idealerweise gehäutet, die Haut ist dick und zäh.
Beliebt sind Braten, Backen, Räuchern oder Schmorgerichte, auch Fischsuppen werden aus dem festen Fleisch bereitet.
Bei großen Filets empfiehlt sich langsames Garen, kleine Stücke gelingen auch kurz gebraten oder frittiert.
Pfeffer, Knoblauch, Zitronensaft, Lorbeer, Dill
Reis, Couscous, gebratenes Gemüse und afrikanisches Fladenbrot ergänzen diesen Fisch ideal.
Trockenes Weißbier, leichter Weißwein oder kalter Kräutertee
Vor der Zubereitung sollten große Filets enthäutet und grätenfrei geschnitten werden.
Das rohe Fleisch sollte immer hygienisch kühl gelagert und gut durchgegart werden.
Artgerechte Haltung
Für Aquarium & Teich
Wasserwerte, Raum und Zusammenleben
Artgerechte Haltung
Für Aquarium & Teich
Wasserwerte, Raum und Zusammenlebenab 3000 l
ab 5000 l
22 - 32 °C
6 - 8
1 - 12 dKH
Bodennah
Wegen seiner Größe und seines räuberischen Wesens ist eine Haltung im Privatbecken kaum möglich.
In der Zucht werden einzelne Tiere oder Zuchtpaare gehalten, eine Gruppenhaltung ist für erwachsene Exemplare nicht erforderlich.
Eine Vergesellschaftung im Teich ist nur mit sehr robusten, großen Arten und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten angeraten.
Bei ausreichend Platz werden Pflanzen meist toleriert, aber starke Umgrabungen können vorkommen.
Ein Edelwels benötigt sauerstoffreiches Wasser und schätzt eine schwache bis moderate Strömung.
Im Zuchtbetrieb werden Futterfische, Fischstücke und hochwertige Pellets gerne akzeptiert.
Außenhaltung ist nur in wärmeren Regionen oder mit Heizung möglich, da unter 18 °C Langzeitschäden drohen.
Gezielte Nachzucht erfolgt meist in großen beheizten Zuchtteichen bei Wassertemperaturen um 27 °C, mit künstlicher Laichinduktion und Ufervegetation.
Mittel
Gedämpft

