Blauer Wittling
Micromesistius poutassou
Blauer Wittling (Micromesistius poutassou), gehört zur Familie Gadidae, lebt in Meerwasser, und ernährt sich als Fleischfresser.
Merkmale
- Körperform: Schlanker, spindelförmiger Körper mit gestreckter Silhouette; die Form unterstützt das pelagische Schwarmverhalten und schnelle, ausdauernde Schwimmbewegungen.
- Maulstellung: Das Maul ist endständig (terminal) und erlaubt sowohl das gezielte Aufnehmen von Zooplankton als auch das Erbeuten kleiner Fische.
- Der Rücken ist bläulich bis grünlich glänzend, die Flanken sind silbrig und der Bauch heller; diese Gegenfärbung ist typisch für pelagische Gadiden und bei Micromesistius poutassou ausgeprägt.
- Kopf relativ klein mit feinem Maul und gut entwickelten Kiemenrechen; die Art besitzt drei hintereinandergesetzte Rückenflossen wie bei vielen Dorsal-Fischen der Familie Gadidae.
- Geschlechtsunterschiede: Beim Blauen Wittling sind geschlechtliche Unterschiede nur schwach ausgeprägt; Laichreife Fische zeigen teils unterschiedliche Bauchfärbung und Gonadenentwicklung.
Lebensraum
Offene, pelagische Meereszonen in küstennahen und offshore-Bereichen; die Art bleibt weitgehend im Freiwasser und ist nicht an festen Substraten gebunden.
Wasserlebensraum: Meerwasser
Lebensraumtypen: Küstengewässer, Küstennahes Freiwasser, Ozeanisches Freiwasser
Klimazone: Gemäßigt, Subtropisch
Bodengrund: Kein Substratbezug
Temperatur: 2 - 12 Grad C
Micromesistius poutassou kommt im nordöstlichen Atlantik vor, von der Skagerrak-/Nordsee-Region und dem Islandmeer bis zu den Gewässern vor Portugal und Nordwestafrika; große Schwärme treten saisonal in unterschiedlichen Tiefen auf.
Ernährung
Ernährungsweise: Fleischfresser
Nahrungsschwerpunkte: Zooplanktonfresser, Fischfresser, Krebstierfresser
Die Nahrung besteht überwiegend aus Zooplankton wie Copepoden und Amphipoden; juvenilen und adulten Tieren werden zudem kleine Pelagialfische und Fischlarven entnommen.
Beute: Krillähnliche Krebstiere, Copepoden, Amphipoden sowie kleine Fischlarven und Juvenilstadien anderer Arten.
Verbreitung
Region: Atlantik, Nordsee, Europa
Länder: Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Norwegen, Portugal
Micromesistius poutassou kommt im nordöstlichen Atlantik vor, von der Skagerrak-/Nordsee-Region und dem Islandmeer bis zu den Gewässern vor Portugal und Nordwestafrika; große Schwärme treten saisonal in unterschiedlichen Tiefen auf.
Galerie
Besonderheiten
- Die Art zeigt zum Teil dämmerungs- und nachtaktive Fressphasen mit vertikalen Wanderungen in der Wassersäule.
- Blauer Wittling bildet dichte Schwärme, die sich zum Schutz und zur effektiven Nahrungsausnutzung bündeln; einzelgängerisches Verhalten ist selten.
- Saisonale Off-shore- und Küstenverschiebungen verbinden Futtergründe mit Laichgebieten, typischerweise in großen Schwarmbewegungen.
- Freiwasserlaicher mit pelagischen Eiern; Laichvorgänge finden saisonal statt und verlassen sich auf Strömungen zur Verbreitung der Eier.
- Keine spezifischen Toxine bekannt, beim Verzehr auf Gräten achten; Fisch aus belasteten Fanggründen kann wie bei anderen pelagischen Arten Umweltkontaminanten enthalten.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Gadiformes
- Familie
- Gadidae
- Gattung
- Micromesistius
- Art
- poutassou
- Erstbeschreiber
- Risso, 1827
- Synonyme
- Gadus poutassou
Morphologie
- Körperform
- Schlanker, spindelförmiger Körper mit gestreckter Silhouette; die Form unterstützt das pelagische Schwarmverhalten und schnelle, ausdauernde Schwimmbewegungen.
- Maulstellung
- Das Maul ist endständig (terminal) und erlaubt sowohl das gezielte Aufnehmen von Zooplankton als auch das Erbeuten kleiner Fische.
- Rückenflosse Hartstrahlen
- 0 - 0
- Geschlechtsunterschiede
- Beim Blauen Wittling sind geschlechtliche Unterschiede nur schwach ausgeprägt; Laichreife Fische zeigen teils unterschiedliche Bauchfärbung und Gonadenentwicklung.
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- Eierlegend
- Modus
- Freiwasserlaicher mit pelagischen Eiern; Laichvorgänge finden saisonal statt und verlassen sich auf Strömungen zur Verbreitung der Eier.
- Laichtyp
- Freilaicher mit pelagischen Eiern in offener Wassersäule.
- Brutpflege
- Es findet keine Brutpflege statt; Eier und Larven verbleiben pelagisch und entwickeln sich im offenen Wasser.
Verhalten
- Aktivität
- Die Art zeigt zum Teil dämmerungs- und nachtaktive Fressphasen mit vertikalen Wanderungen in der Wassersäule.
- Sozialverhalten
- Blauer Wittling bildet dichte Schwärme, die sich zum Schutz und zur effektiven Nahrungsausnutzung bündeln; einzelgängerisches Verhalten ist selten.
- Wanderung
- Saisonale Off-shore- und Küstenverschiebungen verbinden Futtergründe mit Laichgebieten, typischerweise in großen Schwarmbewegungen.
- Endemisch
- Nein
- Biogeographie
- Paläarktis
Nutzung
- Fischerei
- Die Hauptfangmethoden sind pelagische Schleppnetze; in vielen Beständen ist der Blaue Wittling ein Schwerpunkt der Fischereiindustrie, besonders für Verarbeitung und Export.
- Aquakultur
- Für die Aquakultur spielt der Blaue Wittling bisher nur eine geringe Rolle; Zuchtprogramme sind nicht weit verbreitet und meist nicht etabliert.
Schutz & Quellen
- CITES
- Nicht gelistet
- Quellen
- FishBase; ICES reports; IUCN assessments
Begriffskorrektur am 22. Oktober 2026: Unbelegte spezielle Habitatcodes aus früheren Teilwort-Ableitungen entfernt; keine neuen Lebensraumbehauptungen. Definitionen: https://oceanservice.noaa.gov/facts/pelagic.html ; https://www.fao.org/4/y4449e/y4449e04.htm
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung150 kcal / 100 g
18 g / 100 g
Mittelfett
Mittel
Bei kleinen Fischen ist der Grätenanteil moderat; Filetieren ist möglich, aber bei ganzen Zubereitungen auf Gräten achten.
Mittel
Fleisch mit relativ kräftigem fischigem Aroma, eignet sich gut zum Räuchern, Einlegen oder für kräftige Zubereitungen.
Feinfaseriges, bei kleineren Exemplaren zartes Fleisch, das sich beim Garen gut löst.
Filet, Rückenfleisch; junge Fische werden oft ganz verarbeitet.
Haut kann beim Räuchern belassen oder vor Filetieren entfernt werden; bei gastronomischer Verarbeitung entfettet man nach Bedarf.
Aroma- und fetthaltiges Fleisch eignet sich zum Räuchern, Braten und Frittieren; auch für Suppen und Pasten geeignet.
Filets dünn und kurz braten (einige Minuten pro Seite), ganze kleine Fische kurz frittieren oder räuchern; großformatige Stücke länger garen.
Zitrone, Petersilie, schwarzer Pfeffer und Dill ergänzen den kräftigen Geschmack.
Gedämpfte Kartoffeln, Salate oder kräftige Gemüseragouts passen gut.
Trockene Weißweine oder aromatische Biere ergänzen fischige Aromen.
Innereien zeitnah entfernen und Fisch kalt lagern; beim Filetieren auf die kleine Grätenlinie achten und diese gegebenenfalls entfernen.
Keine spezifischen Toxine bekannt, wie bei allen kleinen pelagischen Fischen auf mögliche Rückstände aus belasteten Fanggebieten achten.

