Roter Pacu
Piaractus brachypomus
Roter Pacu (Piaractus brachypomus), gehoert zur Familie Serrasalmidae, lebt in Süßwasser, und ernährt sich als Allesfresser.
Merkmale
- Körperform: Als mittelgroßer bis großer Characiform ist der Roter Pacu seitlich stark abgeflacht und wirkt gedrungen; die robuste Körperform unterstützt kräftige Kiefermuskeln und das Drücken von Samen und Nüssen.
- Maulstellung: Die Maulstellung ist endständig und zusammen mit molariformen Backenzähnen auf das Zerreiben harter Samen und Früchte spezialisiert, was dem Nahrungsfang beim Roter Pacu nutzt.
- Jugendliche Exemplare sind meist silbrig mit dunklerem Rücken, adulte Tiere entwickeln einen rosaroten bis roten Bauchton; Rücken und Flanken bleiben dagegen eher silbergrau mit deutlicher Aufhellung zum Bauch (Countershading).
- Typisch sind kräftige, molarartige Zähne im hinteren Kieferbereich und kräftige Kiefermuskeln, mit denen der Roter Pacu Samen, Nüsse und harte Pflanzenteile aufbricht.
- Geschlechtsunterschiede: Beim Roter Pacu sind Männchen und Weibchen äußerlich wenig ausgeprägt verschieden; während der Laichzeit zeigen Männchen jedoch häufig intensiver rötliche Bauchfärbung und leicht schlankere Körperproportionen.
Lebensraum
In Amazonas- und Orinoco-Systemen bewohnt die Art große Flussabschnitte, überschwemmte Auen und stehende Gewässer; in der Regenzeit zieht sie in überflutete Wälder zur Nahrungssuche und Fortpflanzung.
Wasserlebensraum: Süßwasser
Lebensraumtypen: Fluss, See, Teich, Überschwemmungsgebiet
Klimazone: Tropisch
Bodengrund: Sand, Schlamm, Detritus / Laub, Pflanzenbestand
Temperatur: 22 - 30 Grad C
pH-Wert: 5.5 - 7.5
Ursprünglich aus dem Amazonas- und Orinoco-Becken stammend, kommt Piaractus brachypomus natürlicherweise in Brasilien, Kolumbien, Peru, Venezuela, Ecuador und Bolivien vor. Regional wurde der Roter Pacu durch Besatz und Entweichungen auch außerhalb seiner Heimat etabliert; in einigen Gebieten (z. B. Teichen und eingeführten Populationen) beeinflusst die Art lokale Fischgemeinschaften.
Ernährung
Ernährungsweise: Allesfresser
Nahrungsschwerpunkte: Nahrungs-Generalist, Insektenfresser, Krebstierfresser, Weichtierfresser, Detritusfresser
Als Allesfresser ernährt sich der Roter Pacu vorwiegend von Früchten, Samen und Nüssen, nimmt aber auch Wirbellose, kleine Fische und organisches Material vom Boden auf; pflanzliche Kost macht insbesondere in überfluteten Wäldern einen großen Anteil der Nahrung aus.
Beute: Bevorzugte Nahrung umfasst Samen und Früchte (z. B. abgefallene Waldbäume), Krebstiere, Insektenlarven, Mollusken, gelegentlich kleine Fische sowie Detritus und Pflanzenteile.
Verbreitung
Region: Südamerika
Länder: Brasilien, Kolumbien, Peru, Venezuela, Ecuador, Bolivien
Ursprünglich aus dem Amazonas- und Orinoco-Becken stammend, kommt Piaractus brachypomus natürlicherweise in Brasilien, Kolumbien, Peru, Venezuela, Ecuador und Bolivien vor. Regional wurde der Roter Pacu durch Besatz und Entweichungen auch außerhalb seiner Heimat etabliert; in einigen Gebieten (z. B. Teichen und eingeführten Populationen) beeinflusst die Art lokale Fischgemeinschaften.
Galerie
Besonderheiten
- Bei Tageslicht ist die Art überwiegend aktiv und nutzt warme Tagesphasen zur Futtersuche; in der Regenzeit sind außerdem dämmerungsaktive Bewegungen in überschwemmte Gebiete typisch.
- Jugendliche Roter Pacu bilden oft Gruppen oder kleine Schwärme, während adulte Tiere territorialer während der Laichzeit auftreten und Reviere verteidigen können.
- Innerhalb der Flusssysteme wandern einzelne Populationen saisonal zu Überflutungsgebieten und Laichplätzen, wobei Regenzeitbewegungen typisch sind.
- Die Fortpflanzung ist saisonal an den Wasserstand gekoppelt; bei Überschwemmungen laichen die Tiere in flachen, pflanzenreichen Bereichen ab.
- Eingeführte Populationen des Roter Pacu können ökologische Auswirkungen auf Gewässer haben; außerdem sind beim Umgang durch die kräftigen Zähne Schnittverletzungen möglich.
Weitere Informationen
Taxonomie
- Klasse
- Actinopterygii
- Ordnung
- Characiformes
- Familie
- Serrasalmidae
- Gattung
- Piaractus
- Art
- brachypomus
- Erstbeschreiber
- Valenciennes, 1850
- Synonyme
- Colossoma brachypomum
Morphologie
- Körperform
- Als mittelgroßer bis großer Characiform ist der Roter Pacu seitlich stark abgeflacht und wirkt gedrungen; die robuste Körperform unterstützt kräftige Kiefermuskeln und das Drücken von Samen und Nüssen.
- Maulstellung
- Die Maulstellung ist endständig und zusammen mit molariformen Backenzähnen auf das Zerreiben harter Samen und Früchte spezialisiert, was dem Nahrungsfang beim Roter Pacu nutzt.
- Geschlechtsunterschiede
- Beim Roter Pacu sind Männchen und Weibchen äußerlich wenig ausgeprägt verschieden; während der Laichzeit zeigen Männchen jedoch häufig intensiver rötliche Bauchfärbung und leicht schlankere Körperproportionen.
Fortpflanzung
- Fortpflanzungstyp
- Eierlegend
- Modus
- Die Fortpflanzung ist saisonal an den Wasserstand gekoppelt; bei Überschwemmungen laichen die Tiere in flachen, pflanzenreichen Bereichen ab.
- Laichtyp
- Laichen in überfluteten Uferbereichen und auf Pflanzenmaterial; Freilaicher mit substratnaher Ablage der Eier.
- Brutpflege
- Direkte Brutpflege ist nicht ausgeprägt; nach der Ablage verbleiben Eier und Larven meist unbeaufsichtigt, nur in seltenen Fällen werden Laichplätze kurzzeitig verteidigt.
Verhalten
- Aktivität
- Bei Tageslicht ist die Art überwiegend aktiv und nutzt warme Tagesphasen zur Futtersuche; in der Regenzeit sind außerdem dämmerungsaktive Bewegungen in überschwemmte Gebiete typisch.
- Sozialverhalten
- Jugendliche Roter Pacu bilden oft Gruppen oder kleine Schwärme, während adulte Tiere territorialer während der Laichzeit auftreten und Reviere verteidigen können.
- Wanderung
- Innerhalb der Flusssysteme wandern einzelne Populationen saisonal zu Überflutungsgebieten und Laichplätzen, wobei Regenzeitbewegungen typisch sind.
- Endemisch
- Ja
- Biogeographie
- Neotropis
Nutzung
- Fischerei
- Regionale Fischerei fängt den Roter Pacu sowohl mit traditionellen Methoden als auch mit Kleinindustrie; in manchen Regionen ist er Teil lokaler Märkte und Saisonausbeuten.
- Aquakultur
- Die Art wird kommerziell in Südamerika und vereinzelt in anderen Tropenländern gezüchtet; ihr pflanzenbetontes Fressverhalten macht sie für bestimmte Aquakultursysteme attraktiv.
Schutz & Quellen
- CITES
- Nicht gelistet
- Quellen
- FishBase; IUCN Red List; Fachliteratur zu Serrasalmidae und Amazon-Fischerei
Praxiswissen
Für wen ist dieser Fisch interessant?
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Am Wasser
Für Angler
Fang, Methode und verantwortungsvoller UmgangFrühling, Sommer
Vormittag, Nachmittag, Abenddämmerung
Mittel
An Flussufern und in überschwemmten Wäldern fängt man den Roter Pacu mit Posen- oder Grundmontagen, oft mit natürlichen Ködern wie Früchten oder Mais; für lokale Fischer ist die Nutzung einfacher Ruten mit robusten Haken typisch und effektiv.
Als Köder werden häufig natürliche Angebote verwendet: Früchte, Mais oder Teig sowie Würmer und kleine Köderfische bringen beim Roter Pacu regelmäßig Bisse.
Typische Plätze sind überflutete Flussterrassen, Büsche im Wasser und Ufer mit abgefallenen Früchten; beim Roter Pacu lohnt sich die Suche an solchen strukturierten Uferbereichen.
Für ein gutes Angelergebnis empfiehlt sich mittlere bis schwere Friedfisch- oder Raubfisch-Ausrüstung mit stabiler Schnur, kräftigem Haken und einem robusten Kescher für die Landung.
Nach Regengüssen und während der Hochwasserperiode sind die Tiere besonders aktiv und erreichen oft flache Überflutungszonen, was die Fangchancen deutlich erhöht.
In eingeführten Populationen in subtropischen Regionen können saisonale Abnahme der Aktivität und lokale Rückzüge in tiefere Zonen auftreten; in den Tropen ist das Verhalten hingegen ganzjährig aktivitätsorientiert.
Die Bissanzeige ist oft ein kräftiger, aber kontrollierter Zug am Bissanzeiger; beim Roter Pacu folgt auf den ersten Zupfer häufig ein entschlossener, schwerer Durchzug.
Im Drill liefert die Art moderate bis starke Fluchten, wobei Kraft und Ausdauer dominieren; sie bleibt meist bodennah und kann kräftig in Strukturen ziehen.
Zum Landen nasse Handschuhe oder ein großer Kescher verwenden und den Roter Pacu nicht am Kiefer halten, um Verletzungen durch die kräftigen Zähne zu vermeiden.
Bei lokalen Fischern fallen oft Tambaqui (Colossoma), kleine Welse und diverse Flussfische als Beifang an.
Tiefer, seitlich abgeflachter Körper, silbrig mit rötlicher Bauchfärbung bei Adulten und molariforme Backenzähne zum Zerbeißen von Samen.
In Regionen mit eingeführten Beständen sind lokale Freisetzungs- und Besatzregelungen zu beachten; vor Fang oder Besatz sollte man die nationalen Vorschriften prüfen.
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
In der Küche
Für Küche
Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung63 °C
140 kcal / 100 g
20 g / 100 g
Mittelfett
Als characiner Fisch enthält der Roter Pacu feine Gräten, insbesondere im mittleren Filetbereich; sorgfältiges Filetieren reduziert Grätenreste.
Mittel
Das Fleisch ist hell, mild und leicht nussig im Geschmack; es hat eine feste Struktur und eignet sich gut für vielfältige Zubereitungen.
Das Filet ist fest und saftig, mit gutem Biss und geeigneter Struktur für Grillen oder Braten.
Filets und Rückenstücke sind die bevorzugten Teile; Bauchlappen können fettreicher sein und für Räuchern oder Braten genutzt werden.
Die Haut ist fest und lässt sich vor dem Filetieren abziehen; zum Braten kann sie jedoch zum Schutz des Fleisches belassen und knusprig gebraten werden.
Grillen, Braten und Räuchern betonen die feste Textur; auch im Eintopf oder als gegrilltes Filet mit Zitrusmarinade schmeckt das Fleisch gut.
Filets (2–3 cm) etwa 6–8 Minuten pro Seite bei mittlerer Hitze; dickeres Fleisch entsprechend länger, bis die Kerntemperatur erreicht ist.
Zitrus, Koriander, Knoblauch, milde Chili und Kreuzkümmel passen gut zur nussigen Note des Fleisches.
Beilagen wie Reis, Maniok (Cassava), gebratenes Gemüse oder Salate ergänzen den Roter Pacu aromatisch.
Leichte Weißweine, kühle Lagerbiere oder frische Fruchtsäfte passen gut zur milden Fleischnote.
Vor dem Garen auf verbleibende Gräten prüfen und dünne Filets kurz, kräftig erhitzen; bei Verwendung ganzer Fische empfiehlt sich vorheriges Ausnehmen und Entfernen der Kiemen.
Keine spezifischen Toxine bekannt; wie bei allen Süßwasserfischen können Schadstoffbelastungen in verschmutzten Gewässern auftreten, daher Herkunft beachten.
Artgerechte Haltung
Für Aquarium & Teich
Wasserwerte, Raum und Zusammenleben
Artgerechte Haltung
Für Aquarium & Teich
Wasserwerte, Raum und Zusammenlebenab 1000 l
ab 5000 l
22 - 30 °C
5.5 - 7.5
0 - 12 dKH
Mittlere Wasserschichten, Bodennah
Für kleine Aquarien ungeeignet; junge Tiere sind pflegeleicht, zu ausgewachsenen Exemplaren werden Haltung und Technik jedoch sehr anspruchsvoll.
Bei Jungtieren wird eine Gruppenhaltung (3–6 Exemplare) empfohlen, doch je größer die Fische werden, desto mehr Platz und Einzelkontrolle sollten zur Verfügung stehen.
In großen Becken verträgt die Art robuste, ähnliche großwüchsige Mitbewohner; kleine Fische sollten nicht zusammengehalten werden, da sie als Nahrung angesehen werden können.
Pflanzen werden teils angefressen oder umgegraben, daher sind empfindliche Bepflanzungen nur bedingt geeignet.
Bevorzugt mäßige Strömung, die Flachwasserzonen und freien Schwimmbereich kombiniert.
In Gefangenschaft nimmt der Roter Pacu problemlos Pellets, Gemüse, Früchte und gefrorene Proteinfuttermittel an; abwechslungsreiche Fütterung fördert Gesundheit und Farbe.
Als tropische Art benötigt der Roter Pacu in gemäßigten Regionen eine Innenüberwinterung mit temperiertem Wasser; in tropischen Teichen sind ganzjährige Hälterung und ausreichend Tiefe nötig.
Nachzucht gelingt gelegentlich in großen, saisonal gestalteten Teichen oder Becken mit überfluteter Vegetation; erforderliche Wasserstands- und Temperaturzyklen machen die Nachzucht anspruchsvoll.
Schwer
Mittel

