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Flussneunauge

Lampetra fluviatilis

Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), gehoert zur Familie Petromyzontidae, lebt in Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser, und ernährt sich als Fleischfresser.

20 cm, max 35 cm0-200 m TiefeFleischfresser

Merkmale

  • Körperform: Das Flussneunauge hat einen schlanken, aalähnlichen Körper und bewegt sich wellenförmig; die Form ist an das Saugverhalten und das Leben in Strömungsgewässern und küstennahen Meeresbereichen angepasst.
  • Maulstellung: Mit einem rundlichen, saugfähigen Maul ausgestattet, erzeugt die Maulstellung einen dichten Verschluss auf Wirbeltieren und ermöglicht das Festheften und Abschaben von Gewebe.
  • Die Grundfärbung ist grau bis blau-schwarz am Rücken und heller am Bauch (Countershading); juvenilen Ammocoetes sind blasser und oft sand- bis ockerfarben im Larvenstadium.
  • Charakteristisch ist die runde Sauglippe mit hornigen Zähnen und die raspelartige Zunge sowie sieben Kiemenöffnungen an jeder Körperseite; ein knöcherner Kiefer fehlt.
  • Geschlechtsunterschiede: Bei der Fortpflanzungsreife zeigen Männchen oft eine stärker ausgeprägte Rücken- und Kopfkontur sowie einen breiteren Kloakenbereich; Weibchen wirken insgesamt gedrungener und tragen häufiger sichtbare Eieransammlungen.

Lebensraum

Flussneunaugen nutzen stark strömende Flussabschnitte mit kiesigem Substrat zum Laichen, halten sich aber während der parasitären Phase in küstennahen Meeresgebieten und Ästuaren auf.

Wasserlebensraum: Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser

Lebensraumtypen: Fluss, See, Ästuar, Küstengewässer, Küstennahes Freiwasser, Bodennah

Klimazone: Gemäßigt

Bodengrund: Kies, Feinsediment, Detritus / Laub

Temperatur: 0 - 20 Grad C

pH-Wert: 6.5 - 8.5

Lampetra fluviatilis kommt in weiten Teilen Europas vor, von Atlantikküsten über die Nordsee und das Baltikum bis in mediterrane Einzugsgebiete; lokale Populationen sind jedoch durch Flussregulierung und Gewässerverschmutzung beeinträchtigt.

Ernährung

Ernährungsweise: Fleischfresser

Nahrungsschwerpunkte: Fischfresser, Zooplanktonfresser, Detritusfresser, Algenfresser

Die adulten Flussneunaugen ernähren sich parasitisch von Körperflüssigkeiten und Gewebe anderer Fische, während die Larven (Ammocoetes) als Filter- bzw. Detritusfresser im Sediment leben und feinste organische Partikel aufnehmen.

Beute: Erwachsene heften sich an verschiedene Meer- und Süßwasserfische (z. B. Plattfische, Heringe, Forellen und andere Wirte) und saugen Blut und Gewebsflüssigkeiten; die Larven filtern Algen, Mikrodetritus und Mikroorganismen.

Erwachsene heften sich an verschiedene Meer- und Süßwasserfische (z. B. Plattfische
Heringe
Forellen und andere Wirte) und saugen Blut und Gewebsflüssigkeiten

Verbreitung

Region: Europa, Atlantik, Nordsee, Ostsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer, Afrika südlich der Sahara

Länder: Niger, Estland, Lettland, Litauen, Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Norwegen

Lampetra fluviatilis kommt in weiten Teilen Europas vor, von Atlantikküsten über die Nordsee und das Baltikum bis in mediterrane Einzugsgebiete; lokale Populationen sind jedoch durch Flussregulierung und Gewässerverschmutzung beeinträchtigt.

Besonderheiten

  • Die adulte Phase ist häufig dämmerungs- bis nachtaktiv beim Aufsuchen von Wirtstieren, während Larven im Sediment überwiegend ruhend und passiv filtern.
  • Außerhalb der Wander- und Laichzeiten sind die Tiere meist einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen anzutreffen; zur Fortpflanzung bilden sie temporäre Aggregationen und arbeiten gemeinsam an Nestbauten.
  • Die Art ist anadrom: adulte Tiere wandern aus dem Meer in Süßwasser, um in kiesreichen Flussabschnitten zu laichen.
  • Zur Laichzeit steigen die Tiere flussaufwärts, bauen flache Nester aus Steinen und Kies und entlassen Eier und Spermien synchron; adulte Tiere sterben kurz nach der Fortpflanzung.
  • Beim Umgang sind scharfe Zähne und das Festheften zu beachten; zudem können belastete Individuen Schadstoffe akkumulieren, sodass ein Verzehr lokaler Bestände reguliert sein sollte.
Dämmerungsaktiv, NachtaktivFischfresser, Zooplanktonfresser, Detritusfresser...Regional werden Flussneunaugen gelegentlich als N...

Weitere Informationen

Taxonomie

Klasse
Petromyzontida
Ordnung
Petromyzontiformes
Familie
Petromyzontidae
Gattung
Lampetra
Art
fluviatilis
Erstbeschreiber
Linnaeus, 1758
Synonyme
Petromyzon fluviatilis

Morphologie

Körperform
Das Flussneunauge hat einen schlanken, aalähnlichen Körper und bewegt sich wellenförmig; die Form ist an das Saugverhalten und das Leben in Strömungsgewässern und küstennahen Meeresbereichen angepasst.
Maulstellung
Mit einem rundlichen, saugfähigen Maul ausgestattet, erzeugt die Maulstellung einen dichten Verschluss auf Wirbeltieren und ermöglicht das Festheften und Abschaben von Gewebe.
Geschlechtsunterschiede
Bei der Fortpflanzungsreife zeigen Männchen oft eine stärker ausgeprägte Rücken- und Kopfkontur sowie einen breiteren Kloakenbereich; Weibchen wirken insgesamt gedrungener und tragen häufiger sichtbare Eieransammlungen.

Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp
Eierlegend
Modus
Zur Laichzeit steigen die Tiere flussaufwärts, bauen flache Nester aus Steinen und Kies und entlassen Eier und Spermien synchron; adulte Tiere sterben kurz nach der Fortpflanzung.
Laichtyp
Laichen in flachen Kiesnestern, gefolgt vom Absterben der Eltern
Brutpflege
Es gibt keine Brutpflege; nach dem Ablaichen bleibt der elterliche Beitrag auf den Nestbau und die einmalige Gametenfreisetzung beschränkt.
Inkubation
14 Tage

Verhalten

Aktivität
Die adulte Phase ist häufig dämmerungs- bis nachtaktiv beim Aufsuchen von Wirtstieren, während Larven im Sediment überwiegend ruhend und passiv filtern.
Sozialverhalten
Außerhalb der Wander- und Laichzeiten sind die Tiere meist einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen anzutreffen; zur Fortpflanzung bilden sie temporäre Aggregationen und arbeiten gemeinsam an Nestbauten.
Wanderung
Die Art ist anadrom: adulte Tiere wandern aus dem Meer in Süßwasser, um in kiesreichen Flussabschnitten zu laichen.
Endemisch
Nein
Biogeographie
Paläarktis

Nutzung

Fischerei
Nur lokal von Bedeutung, meist als Bei- oder Fang in traditionellen Küsten- und Flussfischereien; kein großindustrieller Markt vorhanden.
Aquakultur
Für die kommerzielle Aquakultur ohne wirtschaftliche Relevanz, da die komplexe Wander- und Laichbiologie eine kontrollierte Zucht erschwert.

Schutz & Quellen

CITES
Nicht gelistet
Quellen
FishBase; IUCN Red List; Maitland, P.S. & Campbell, R.N. (1992) Freshwater Fishes of the British Isles.

Praxiswissen

Für wen ist dieser Fisch interessant?

In der Küche

Für Küche

Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
Fettgehalt

Mittelfett

Grätenstruktur

Das Skelett enthält viele knorpelige Strukturen, die das Filetieren erschweren und beim Essen berücksichtigt werden müssen.

Filetieren

Schwer

Geschmacksprofil

Das Fleisch wirkt kräftig und etwas ölig, mit eigenständigem, herzhafterem Aroma im Vergleich zu klassischen Weißfischen.

Fleischstruktur

Das Fleisch ist eher kompakt bis dicht; die Struktur kann nach Verarbeitung fest und teils gelatinös erscheinen.

Verwertbare Teile

Muskelmasse (Filets) und in einigen Kulturen auch Leber und Rogen werden verwertet.

Hautzubereitung

Die Haut wird meist entfernt; bei traditionellen Zubereitungen wird das Tier ganz verarbeitet oder in Stücke geteilt und entgrätet.

Zubereitungsarten

Häufig werden Flussneunaugen geschmort, gebraten, geräuchert oder in kräftigen Suppen verarbeitet.

Kräuter & Gewürze

Butter, Zitrone, Petersilie und weißer Pfeffer passen gut zur kräftigen, öligen Geschmackskomponente.

Beilagen

Gedämpfte Kartoffeln, Wurzelgemüse und säuerliche Salate ergänzen die kräftigen Aromen.

Getränke

Trockener Weißwein oder leicht herbe Biere harmonieren mit dem dichten Geschmack.

Vorbereitung

Vor dem Kochen gut ausbluten und die knorpeligen Teile entfernen; beim Filetieren auf die besondere Körperform und die zahlreichen Knorpel achten.

Warnhinweise

In belasteten Gewässern können Flussneunaugen Schadstoffe akkumulieren; für regelmäßigen Verzehr schwermetallbelasteter Individuen gelten Verzehrempfehlungen.