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Tambaqui

Colossoma macropomum

Tambaqui (Colossoma macropomum), gehoert zur Familie Serrasalmidae, lebt in Süßwasser, und ernährt sich als Allesfresser.

60 cm, max 100 cmmax 30 kgbis 20 Jahre0-20 m TiefeAllesfresser

Merkmale

  • Körperform: Der Tambaqui hat einen kompakten, hochrückigen Körper mit kräftiger Muskulatur und einer stämmigen Silhouette, die für starke Schwimmstöße beim Wechsel zwischen Flusslauf und überschwemmten Wäldern sorgt.
  • Maulstellung: Das endständige Maul des Tambaqui ist mit kräftigen Pharyngealzähnen ausgestattet und ermöglicht das Zerdrücken von Samen und Nüssen sowie das Aufnehmen von Pflanzenmaterial.
  • Jugendliche Tambaquis tragen oft helle, kontrastreiche Flecken auf dunklem Grund, adulte Tiere sind überwiegend oliv bis dunkelgrau mit hellerem Bauch; die Zeichnung verblasst mit dem Alter.
  • Die Art verfügt über kräftige pharyngeale Mahlzähne, die speziell zum Zerkleinern von Samen, Nüssen und hartem Pflanzenmaterial angepasst sind und so eine wichtige ökologische Rolle als Samenverbreiter erfüllen.
  • Geschlechtsunterschiede: Beim Tambaqui sind Geschlechtsunterschiede nur schwach ausgeprägt; während der Laichzeit zeigen Männchen gelegentlich intensivere Färbung und leicht ausgeprägte Brusttuberkel.

Lebensraum

In der Regel besiedelt der Tambaqui langsam fließende Flüsse, saisonale Überschwemmungsgebiete und Altwasser der Amazonas-Region; während der Hochwasserzeit nutzt die Art überschwemmte Wälder als Nahrungs- und Laichhabitat.

Wasserlebensraum: Süßwasser

Lebensraumtypen: Fluss, See, Teich, Überschwemmungsgebiet, Bodennah, Bodenlebend

Klimazone: Tropisch

Bodengrund: Sand, Schlamm, Detritus / Laub, Pflanzenbestand

Temperatur: 22 - 30 Grad C

pH-Wert: 5.5 - 7.5

Colossoma macropomum ist im Amazonasbecken und in angrenzenden Flusssystemen verbreitet; der Tambaqui ist in Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Teilen Venezuelas ein typischer Bewohner von Fluss- und Überschwemmungsgebieten.

Ernährung

Ernährungsweise: Allesfresser

Nahrungsschwerpunkte: Bodentierfresser, Detritusfresser, Nahrungs-Generalist, Insektenfresser, Krebstierfresser

Der Tambaqui ernährt sich überwiegend von Früchten, Samen und anderem pflanzlichen Material, nimmt aber auch wirbellose Tiere, Detritus und gelegentlich kleine Fische auf.

Beute: Vorwiegend fallen Früchte, Samen und Nüsse aus überfluteten Uferwäldern; ergänzt wird die Nahrung durch Insektenlarven, Krebstiere und pflanzliche Detrituspartikel.

Vorwiegend fallen Früchte
Samen und Nüsse aus überfluteten Uferwäldern
ergänzt wird die Nahrung durch Insektenlarven

Verbreitung

Region: Südamerika

Länder: Brasilien, Kolumbien, Peru, Ecuador, Bolivien, Venezuela

Colossoma macropomum ist im Amazonasbecken und in angrenzenden Flusssystemen verbreitet; der Tambaqui ist in Brasilien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Teilen Venezuelas ein typischer Bewohner von Fluss- und Überschwemmungsgebieten.

Besonderheiten

  • Tagsüber und in der Dämmerung aktiv; während Überschwemmungsphasen verstärkte Nahrungsaufnahme und Laichaktivitäten.
  • Typischerweise in kleinen Gruppen oder Schulen unterwegs, kann aber zur Laichzeit größere Aggregationen bilden; gegenüber sehr kleinen Fischen opportunistisch futterorientiert.
  • Die Art zieht innerhalb von Flusssystemen zu den Laichgebieten in der Regenzeit und kehrt danach in Überschwemmungsgebiete zurück.
  • Laichwanderungen stimmen mit dem jahreszeitlichen Hochwasserzyklus überein; die Art bildet während der Regenzeit dichte Laichansammlungen.
  • Keine bekannten toxischen Risiken; beim Verzehr sind Gräten zu beachten und Hygieneregeln bei frischem Fisch einzuhalten.
Tagaktiv, DämmerungsaktivBodentierfresser, Detritusfresser, Nahrungs-Gener...Der Tambaqui hat in Amazonien große Bedeutung al...

Weitere Informationen

Taxonomie

Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Characiformes
Familie
Serrasalmidae
Gattung
Colossoma
Art
macropomum
Erstbeschreiber
Cuvier, 1818

Morphologie

Körperform
Der Tambaqui hat einen kompakten, hochrückigen Körper mit kräftiger Muskulatur und einer stämmigen Silhouette, die für starke Schwimmstöße beim Wechsel zwischen Flusslauf und überschwemmten Wäldern sorgt.
Maulstellung
Das endständige Maul des Tambaqui ist mit kräftigen Pharyngealzähnen ausgestattet und ermöglicht das Zerdrücken von Samen und Nüssen sowie das Aufnehmen von Pflanzenmaterial.
Geschlechtsunterschiede
Beim Tambaqui sind Geschlechtsunterschiede nur schwach ausgeprägt; während der Laichzeit zeigen Männchen gelegentlich intensivere Färbung und leicht ausgeprägte Brusttuberkel.

Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp
Eierlegend
Modus
Laichwanderungen stimmen mit dem jahreszeitlichen Hochwasserzyklus überein; die Art bildet während der Regenzeit dichte Laichansammlungen.
Laichtyp
Frei- und Flussaussaat während der Hochwasserphase
Brutpflege
Es ist keine signifikante Brutpflege bekannt; Eier und Larven werden frei im Wasser entwickelt und sind dem Strömungsverhalten des Gewässers ausgesetzt.

Verhalten

Aktivität
Tagsüber und in der Dämmerung aktiv; während Überschwemmungsphasen verstärkte Nahrungsaufnahme und Laichaktivitäten.
Sozialverhalten
Typischerweise in kleinen Gruppen oder Schulen unterwegs, kann aber zur Laichzeit größere Aggregationen bilden; gegenüber sehr kleinen Fischen opportunistisch futterorientiert.
Wanderung
Die Art zieht innerhalb von Flusssystemen zu den Laichgebieten in der Regenzeit und kehrt danach in Überschwemmungsgebiete zurück.
Endemisch
Ja
Biogeographie
Neotropis

Nutzung

Fischerei
Regional wirtschaftlich bedeutend für die lokale Fischerei, wird sowohl mit Netzen als auch passive Fangmethoden gefangen und für den lokalen Markt gehandelt.
Aquakultur
Die Art wird kommerziell in Teichen und Anlagen in Südamerika gezüchtet; Tambaqui ist wegen schnellem Wachstum und pflanzlich orientierter Ernährung in der Aquakultur beliebt.

Schutz & Quellen

CITES
Nicht gelistet
Quellen
FishBase; IUCN Red List; FAO Species Fact Sheets; regionale aquakultur-Fachliteratur

Praxiswissen

Für wen ist dieser Fisch interessant?

Am Wasser

Für Angler

Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Beste Saison

Frühling, Sommer

Angelzeit

Morgendämmerung, Abenddämmerung

Schwierigkeit

Mittel

Angelmethoden

In der Praxis wird der Tambaqui mit Stellnetzen, Reusen und gelegentlich mit Angelleinen gefangen; während der Laichzeit sind größere Aggregationen leichter zugänglich.

Empfohlene Köder

Als Köder funktionieren im Süßwasser sowohl kleine Köderfische und Würmer als auch pflanzliche Köder oder Pellets; in Überschwemmungswäldern können auch Früchte attraktiv sein.

Fangplätze

Besonders gute Fangplätze sind überflutete Uferwälder, Altwasser und die Mündungsbereiche kleiner Nebenflüsse während der Hochwasserperioden.

Ausrüstung

Mittlere bis schwere Rute mit robuster Schnur und stabilem Kescher empfohlen, da der Tambaqui kräftige Fluchten zeigt und große Exemplare viel Kraft entwickeln.

Wetter & Mond

Fangbarkeit und Wanderungen sind stark an den jahreszeitlichen Wasserstand gebunden; Fänge konzentrieren sich auf die Regenzeit und Flutpulse.

Winterverhalten

In tropischen Arealen ohne klare Winterruhe; in kühleren eingeführten Regionen zeigen Tiere im Winter reduzierte Aktivität und verringerte Fressbereitschaft.

Bissanzeige

Der Biss ist oft deutlich und kraftvoll, oft ein kräftiges Wegziehen der Montage oder ein beherzter Kopfstoß gegen Köder.

Drillverhalten

Ältere Tambaquis zeigen starke Fluchten und Rückwärtsschläge, wodurch zusätzlicher Drillaufwand und stabiles Gerät notwendig sind.

Landung & Abhaken

Mit Netz oder Keschern landen, nasses Tuch oder Handschuhe zum Schutz der Schleimhaut verwenden und Stresszeiten kurz halten; große Tiere besser im Wasser abfangen.

Typischer Beifang

Bei Netzeinsätzen fallen häufig andere Serrasalmiden, Welse und kleinere Karpfenarten an.

Schnell erkennen

Kräftiger, hochrückiger Körper, dunkle olivgraue Färbung bei Adulten, juveniles mit auffälligen hellen Flecken; pharyngeale Mahlzähne sichtbar beim Öffnen des Rachens.

Regelhinweis

Regionale Beschränkungen und Schonzeiten sind in Teilen des Amazonasraums möglich; beim Handel und der Verbreitung sind lokale Vorschriften zur Vermeidung invasiver Populationen zu beachten.

In der Küche

Für Küche

Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
Fettgehalt

Mittelfett

Grätenstruktur

Bei kleineren Exemplaren sind Filets leicht grätenarm, größere Tiere können mehr feine Gräten aufweisen; entsprechend sorgfältig filetiert werden.

Filetieren

Mittel

Geschmacksprofil

Das Fleisch des Tambaqui ist fest und aromatisch mit leichtem, angenehmem Fettgehalt; in Amazonien gilt es als schmackhafter Speisefisch.

Fleischstruktur

Feste, saftige Filets mit mittlerer Fettschicht und guter Haltefähigkeit beim Grillen oder Braten.

Verwertbare Teile

Filets, Steaks, Wangenmuskel und Rückenstücke sind die bevorzugten Teile für den Verzehr.

Hautzubereitung

Haut schuppen, bei Bedarf filetieren; die relativ robuste Haut kann vor dem Grillen entfernt oder mitgegessen werden.

Zubereitungsarten

Grillen, Braten, Räuchern und Eintopfgerichte sind gängige Zubereitungen für Tambaqui.

Garzeit

Filets mittlere Dicke: je nach Methode 6–12 Minuten; größere Steaks entsprechend länger garen.

Kräuter & Gewürze

Zitrus, Koriander, Knoblauch und milde Chilischoten passen gut zur aromatischen Note des Fleisches.

Beilagen

Reis, gebratene Kochbananen oder grüner Salat ergänzen klassische Zubereitungen.

Getränke

Leichte Weißweine oder ein kühles Bier harmonieren gut mit gegrilltem Tambaqui.

Vorbereitung

Vor dem Garen sorgfältig entgräten und bei fetthaltigen Stücken die Haut knusprig anbraten; frische Früchte als Marinade bringen die typische Geschmacksrichtung zur Geltung.

Warnhinweise

Keine spezifischen Toxine bekannt; wie bei allen Süßwasserfischen auf Hygiene und Frische achten.

Artgerechte Haltung

Für Aquarium & Teich

Wasserwerte, Raum und Zusammenleben
Mindestbecken

ab 2000 l

Mindestteich

ab 5000 l

Temperatur

22 - 30 °C

pH-Wert

5.5 - 7.5

Karbonathärte

0 - 8 dKH

Schwimmzone

Mittlere Wasserschichten, Bodennah

Haltungsanspruch

Nicht für typische Heimaquarien geeignet; Haltung erfordert sehr große Becken oder Teiche.

Gruppengröße

In großen Teichen oder Naturbecken empfiehlt sich eine Gruppe von mehreren Exemplaren, mindestens 3–5 Tiere, um natürliches Sozialverhalten zu ermöglichen.

Vergesellschaftung

In großen Anlagen verträglich mit anderen großen, nicht räuberischen Fischen; in kleinen Aquarien neigt der Tambaqui dazu, Pflanzen zu schädigen oder kleinere Mitbewohner zu fressen.

Pflanzen

Pflanzen können von hungrigen Tambaquis angefressen oder ausgerissen werden; robuste, tief verwurzelte Pflanzen sind eher geeignet.

Strömung & Sauerstoff

Bevorzugt mäßige Strömung in Flussabschnitten und ruhige Bereiche in Überschwemmungszonen; in Gefangenschaft eine moderate Umwälzung ist vorteilhaft.

Futterannahme

Akzeptiert in Gefangenschaft Pellets auf pflanzlicher Basis, Obst, Gemüse sowie gelegentlich gefrorene oder frische Proteine.

überwinterung

In temperierten Regionen müssen über Nacht oder im Winter beheizte Systeme vorhanden sein; im tropischen Ursprungsgebiet ist keine Winterruhe erforderlich.

Nachzucht

Die Nachzucht gelingt zuverlässig in Teichanlagen und Becken mit saisonaler Wasserstandssteuerung; künstliche Hormonsubstitution wird in kommerziellen Betrieben teilweise eingesetzt.

Nachzuchtanspruch

Einfach

Beleuchtung

Mittel