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Schleie

Tinca tinca

Schleie (Tinca tinca), gehoert zur Familie Tincidae, lebt in Süßwasser, und ernährt sich als Allesfresser.

30 cm, max 70 cmmax 6 kgbis 15 Jahre0-20 m TiefeAllesfresser

Merkmale

  • Körperform: Die Schleie besitzt einen gedrungenen, rundlichen Körper mit kräftiger Muskulatur; Tinca tinca wirkt kompakt und leicht hochrund im Querschnitt.
  • Maulstellung: Die Schleie hat ein leicht subterminales Maul mit fleischigen Lippen, das ihr beim Gründeln am Bodengrund hilft.
  • Die Schleie ist olivgrün bis bräunlich auf dem Rücken, die Flanken sind grünlich-gelblich und der Bauch oft gelblich bis goldfarben; Jungfische sind meist heller und weniger marmoriert.
  • Die Schleie besitzt eine dichte Schleimhaut, die sie bei schlechteren Wasserbedingungen schützt, sowie fleischige Lippen, die das Gründeln im Sediment erleichtern.
  • Geschlechtsunterschiede: Bei der Schleie sind äußere Geschlechtsunterschiede schwach ausgeprägt; laichbereite Männchen zeigen meist ausgeprägtere Brust- und Afterflossen sowie gelegentlich dunklere Laichflecken.

Lebensraum

Die Schleie besiedelt bevorzugt ruhige, bewachsene Gewässerbereiche wie Seen, Teiche, langsam fließende Flussabschnitte und überschwemmte Auwiesen.

Wasserlebensraum: Süßwasser

Lebensraumtypen: Fluss, Bach, See, Stausee, Teich, Überschwemmungsgebiet, Feuchtgebiet, Bodennah

Klimazone: Gemäßigt

Bodengrund: Schlamm, Detritus / Laub, Pflanzenbestand

Temperatur: 4 - 25 Grad C

pH-Wert: 6 - 8.5

Die Schleie (Tinca tinca) ist in weiten Teilen Europas verbreitet und reicht in Verbreitungsgebieten bis in westliche Teile Asiens; sie kommt bevorzugt in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit dichter Vegetation vor.

Ernährung

Ernährungsweise: Allesfresser

Nahrungsschwerpunkte: Insektenfresser, Krebstierfresser, Weichtierfresser, Bodentierfresser, Detritusfresser, Nahrungs-Generalist

Die Schleie ernährt sich überwiegend benthisch von Insektenlarven, Würmern, Kleinkrebstieren, Weichtieren, ergänzt durch pflanzliches Material und Detritus.

Beute: Die Schleie frisst vornehmlich Chironomidenlarven, Oligochaeten, kleine Krebse, Schnecken und abgereichertes Pflanzenmaterial.

Die Schleie frisst vornehmlich Chironomidenlarven
Oligochaeten
kleine Krebse

Verbreitung

Region: Europa, Westasien

Die Schleie (Tinca tinca) ist in weiten Teilen Europas verbreitet und reicht in Verbreitungsgebieten bis in westliche Teile Asiens; sie kommt bevorzugt in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit dichter Vegetation vor.

Besonderheiten

  • Die Schleie ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und zeigt in den Abendstunden erhöhte Nahrungsaufnahme.
  • Die Schleie ist meist einzelgängerisch oder in lockeren Gruppen anzutreffen und zeigt kein starkes Schwarmverhalten.
  • Die Schleie ist weitgehend standorttreu und unternimmt nur lokale Wanderungen zu Laich- oder Futterplätzen.
  • Die Schleie laicht im flachen, bewachsenen Uferbereich; die Eier werden an Pflanzen oder anderem Substrat abgelegt und entwickeln sich extern.
  • Beim Umgang mit der Schleie sind keine speziellen Gefährdungen bekannt; auf hygienische Verarbeitung achten.
Dämmerungsaktiv, NachtaktivInsektenfresser, Krebstierfresser, Weichtierfress...Die Schleie hat regional Bedeutung als Speisefisc...

Weitere Informationen

Taxonomie

Klasse
Actinopterygii
Ordnung
Cypriniformes
Familie
Tincidae
Gattung
Tinca
Art
tinca
Erstbeschreiber
Linnaeus, 1758
Synonyme
Cyprinus tinca Linnaeus, 1758

Morphologie

Körperform
Die Schleie besitzt einen gedrungenen, rundlichen Körper mit kräftiger Muskulatur; Tinca tinca wirkt kompakt und leicht hochrund im Querschnitt.
Maulstellung
Die Schleie hat ein leicht subterminales Maul mit fleischigen Lippen, das ihr beim Gründeln am Bodengrund hilft.
Rückenflosse Hartstrahlen
0 - 0
Rückenflosse Weichstrahlen
9 - 11
Afterflosse Hartstrahlen
0 - 0
Geschlechtsunterschiede
Bei der Schleie sind äußere Geschlechtsunterschiede schwach ausgeprägt; laichbereite Männchen zeigen meist ausgeprägtere Brust- und Afterflossen sowie gelegentlich dunklere Laichflecken.

Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp
Eierlegend
Modus
Die Schleie laicht im flachen, bewachsenen Uferbereich; die Eier werden an Pflanzen oder anderem Substrat abgelegt und entwickeln sich extern.
Laichtyp
Pflanzen- und Substratlaicher im Flachwasser
Brutpflege
Die Schleie betreibt nach der Eiablage keine Brutpflege und lässt die Eier im Pflanzenbewuchs zurück.
Inkubation
6 Tage

Verhalten

Aktivität
Die Schleie ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und zeigt in den Abendstunden erhöhte Nahrungsaufnahme.
Sozialverhalten
Die Schleie ist meist einzelgängerisch oder in lockeren Gruppen anzutreffen und zeigt kein starkes Schwarmverhalten.
Wanderung
Die Schleie ist weitgehend standorttreu und unternimmt nur lokale Wanderungen zu Laich- oder Futterplätzen.
Endemisch
Nein
Biogeographie
Paläarktis

Nutzung

Fischerei
Die Schleie wird lokal und saisonal gefischt, spielt aber in globalen Fangstatistiken nur eine untergeordnete Rolle.
Aquakultur
In der Teichwirtschaft wird die Schleie gelegentlich gehalten und vermehrt, jedoch ist sie kein Hauptaquakulturprodukt.

Schutz & Quellen

CITES
Nicht gelistet
Quellen
FishBase; IUCN Red List; Kottelat & Freyhof (2007)

Praxiswissen

Für wen ist dieser Fisch interessant?

Am Wasser

Für Angler

Fang, Methode und verantwortungsvoller Umgang
Beste Saison

Frühling, Sommer, Herbst

Angelzeit

Morgendämmerung, Abenddämmerung, Nacht

Schwierigkeit

Mittel

Angelmethoden

Die Schleie lässt sich mit Posenangeln und Grundmontagen gut beangeln; bewachsene Uferzonen und Krautfelder sind typische Fangplätze.

Empfohlene Köder

Die Schleie beißt zuverlässig auf Würmer, Maden, Teig und Boilies; im Sommer sind Würmer und kräftige Teige besonders erfolgreich.

Fangplätze

Die Schleie ist an bewachsenen Uferbereichen, Krautfeldern und flachen Schlammböden gut zu beangeln.

Ausrüstung

Leichte bis mittlere Posenmontagen oder Grundrigs mit 0,18–0,30 mm Schnur und Haken der Größen 6–10 sind für die Schleie geeignet.

Wetter & Mond

Die Aktivität der Schleie steigt bei stabil warmem Wetter; starker Wind und Gewitter können die Bissfreudigkeit reduzieren.

Winterverhalten

Im Winter zieht sich die Schleie in tiefere und ruhigere Zonen zurück und zeigt deutlich reduzierte Aktivität.

Bissanzeige

Bei der Schleie sind Bisse oft langsam und zögerlich, die Pose kann schleichend absinken oder leicht ziehen.

Drillverhalten

Die Schleie kämpft eher zäh und ausdauernd mit kurzen Fluchtphasen, aber ohne explosive Fluchten.

Landung & Abhaken

Beim Landen die Schleie immer feucht halten, Haken zügig entfernen und den Fisch schonend zurücksetzen.

Typischer Beifang

Beim Angeln auf Schleie kann Beifang von Karpfen, Rotaugen und anderen Weißfischen vorkommen.

Schnell erkennen

Die Schleie ist an ihrer olivgrün-goldenen Färbung, dem runden Körperprofil und der dichten Schleimhaut leicht zu erkennen.

Regelhinweis

Für die Schleie gelten in vielen Regionen Schonzeiten und lokale Baglimits; vor dem Angeln die regionalen Vorschriften prüfen.

In der Küche

Für Küche

Geschmack, Verarbeitung und Zubereitung
Energie

90 kcal / 100 g

Eiweiß

18 g / 100 g

Fettgehalt

Mittelfett

Grätenstruktur

Die Schleie besitzt einen moderaten Grätenanteil; Filetieren erfordert etwas Übung, besonders bei kleineren Exemplaren.

Filetieren

Mittel

Geschmacksprofil

Die Schleie hat zartes, fein aromatisches Fleisch mit mildem Geschmack; filetierte Stücke sind vielseitig zuzubereiten.

Fleischstruktur

Das Fleisch der Schleie ist zart und leicht flockig, bei schonender Zubereitung saftig.

Verwertbare Teile

Vor allem Filets; in einigen Regionen wird auch Rogen genutzt.

Hautzubereitung

Die Haut kann vor dem Braten entfernt oder am Filet belassen und kross gebraten werden.

Zubereitungsarten

Die Schleie eignet sich zum Braten, Räuchern sowie für Fischsuppen und Fonds; schonende Zubereitung erhält die zarte Textur.

Garzeit

Dünne Filets 3–6 Minuten in der Pfanne; größere Stücke längere Garzeiten bei moderater Hitze.

Kräuter & Gewürze

Dill, Petersilie, Zitronenschale und Butter passen gut zur Schleie.

Beilagen

Gekochte Kartoffeln und gedünstetes Gemüse harmonieren gut mit Schleienfilet.

Getränke

Ein trockener Weißwein oder ein leichtes, herb-bitteres Bier passt gut zur Schleie.

Vorbereitung

Die Schleie vor dem Garen trocken tupfen, leicht salzen und nicht zu heiß garen, um das zarte Fleisch zu schonen.

Warnhinweise

Bei der Schleie sind keine speziellen Toxine bekannt; wie bei allen Süßwasserfischen sollten lokale Belastungen (Schadstoffe) beachtet werden.

Artgerechte Haltung

Für Aquarium & Teich

Wasserwerte, Raum und Zusammenleben
Mindestbecken

ab 300 l

Mindestteich

ab 1000 l

Temperatur

4 - 25 °C

pH-Wert

6 - 8.5

Karbonathärte

5 - 20 dKH

Schwimmzone

Bodennah

Haltungsanspruch

Die Schleie erfordert für Aquarienhaltung ausreichend Platz, dicht bewachsene Bereiche und ruhige Wasserverhältnisse, sodass sie für fortgeschrittene Halter geeignet ist.

Gruppengröße

Die Schleie sollte in kleinen Gruppen von 3–6 Tieren gehalten werden; ausreichend Verstecke und Pflanzen sind wichtig.

Vergesellschaftung

Die Schleie verträgt sich mit anderen ruhigen, großwüchsigen Teichfischen wie Karpfen; sehr kleine Fische können durch Gründelverhalten gefährdet sein.

Pflanzen

Die Schleie ist grundsätzlich pflanzenverträglich, kann jedoch zarte Pflanzen beim Gründeln beschädigen.

Strömung & Sauerstoff

Die Schleie bevorzugt ruhige bis schwach fließende Bedingungen und meidet starke Strömung.

Futterannahme

Die Schleie nimmt in Gefangenschaft gut Würmer, gefrorene Köder, Pellets und Teig an, zeigt aber weiterhin gründelndes Suchverhalten.

überwinterung

Die Schleie überwintert in Gartenteichen zuverlässig, sofern ausreichend Tiefe und Sauerstoff vorhanden sind; bei Eisbildung sollte belüftet werden.

Nachzucht

In Teichen gelingt die Nachzucht leicht bei dichter Vegetation und stabilen Wassertemperaturen; Laichansatz tritt häufig im Frühjahr nach Temperaturanstieg auf.

Nachzuchtanspruch

Mittel

Beleuchtung

Anpassungsfähig